Brief an die Schulgemeinde

In tiefer Anteilnahme und Betroffenheit wenden wir uns an die gesamte Schulgemeinde und wollen Sie auf diesem Wege über den bisherigen und künftigen Umgang der Kaulbach-Schule mit dem schrecklichen Vorfall auf der Klassenfahrt der R10a in Berlin und dem traurigen Todesfall unserer geschätzten Kollegin Frau Hupfeld informieren.

In der vergangenen Woche überstürzten sich die Ereignisse. Die Schule wurde seit Mittwoch-Mittag engmaschig von der polizeilichen Einsatzleitung informiert, die Notfallseelsorger und auch die Schulpsychologie standen beratend und unterstützend zur Verfügung und auch Bürgermeister und Landrat haben tatkräftig bei der Bewältigung der Ausnahmesituation geholfen. Schulintern war das übergeordnete Ziel für die betroffenen Schülerinnen und Schüler aber auch für die gesamte Schulgemeinde möglichst ein gutes Unterstützungsangebot und die Fortführung des gewohnten Schulbetriebs zur Verarbeitung des Erlebten und auch des traurigen Verlustes zu bieten. Mit der unverzüglichen Einrichtung eines Raumes der Stille und der zeitnahen Andacht am vergangenen Freitag wurde schulisch ein Rahmen für die Trauer um unsere geschätzte Kollegin gegeben.

Uns ist natürlich bewusst, dass der Trauerprozess nicht bei Allen gleich ausfällt – je nach persönlicher Situation und Verbindung zu Frau Hupfeld oder den Schülerinnen und Schülern der R10a kann es noch etwas Zeit brauchen, um wieder im Alltag anzukommen – während für manche der schulische Alltag bereits wieder eingekehrt ist.

Dies gilt besonders, weil ein solch einschneidendes Ereignis bei Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Gefühle und Reaktionen hervorrufen kann – vielleicht werden aufgrund der Parallelen auch Erinnerungen an die Amokfahrt von Volkmarsen geweckt. Während die meisten jungen Menschen darauf weniger besorgt reagieren werden, kann es bei Einzelnen auch vorkommen, dass sie besonders traurig, vielleicht auch wütend, ängstlich, betroffen oder auch mit Rückzugsverhalten reagieren. Wir möchten Sie bitten, Ihre Kinder so zu unterstützen, damit sie wieder in den ganz normalen Schulalltag herein finden können. Sie können unterstützen, indem Sie ruhig bleiben, zuhören und Raum für Gespräche schaffen. Fragen Sie auch, was Ihrem Kind in dieser Situation guttun kann und was sie davon zeitnah ermöglichen können.

Für den Bedarfsfall gibt es ein schulpsychologisches Angebot für die Schulgemeinde, welches sich ausdrücklich nicht nur an die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klasse richtet, sondern auch von der gesamten Schulgemeinde bei Unsicherheiten und Fragen in Anspruch genommen werden kann. Zur telefonischen Beratung steht ihnen wochentäglich eine Schulpsychologin im Staatlichen Schulamt unter 05622 – 790 456 in der Zeit von 8:30 – 12:00 Uhr bis zum Beginn der Sommerferien zur Verfügung. An dieser Stelle können Sie auch den Bedarf an Einzelgesprächen anmelden oder eine ausführliche schulpsychologische telefonische Beratung terminieren. Auch über diesen Zeitraum hinaus besteht die Möglichkeit, die für die Kaulbach-Schule zuständige Schulpsychologin Frau Grebe-Degtoumda (carmen.grebe-degtoumda@kultus.hessen.de; 05622 – 790 107) zu kontaktieren.

Sobald alle verletzten Schüler wieder am Schulbetrieb teilnehmen können, wird es einen Elternabend für Eltern mit besonderen Beratungsbedarf geben. Hier wird es um Informationen zum Opferschutz, Umgang mit potentiell traumatisierenden Erlebnissen und Unterstützungsmöglichkeiten bei der Rückkehr in den Alltag gehen. Eine Einladung folgt zu gegebener Zeit.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten von Opferschutz, Polizei, sowie die schulpsychologischen Angebote, die wir auch bedarfsgerecht anpassen werden.

Das Schulleitungsteam

Bad Arolsen, Juni 2022

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